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Ratgeber

Luftfeuchtigkeit bei Springspinnen richtig einstellen

Lesezeit: 5 Minuten

Die Luftfeuchtigkeit ist bei Springspinnen der Punkt, an dem am meisten falsch gemacht wird, und zwar meistens aus guter Absicht. Wer es besonders gut meint und mehrmals täglich sprüht, schafft genau die Bedingungen, die Phidippus regius nicht verträgt. In diesem Ratgeber liest du, welcher Bereich sinnvoll ist, wie oft und wohin du sprühst, woran du zu trockene und zu feuchte Verhältnisse erkennst und warum Belüftung dabei genauso wichtig ist wie die Sprühflasche.

Luftfeuchtigkeit bei Springspinnen richtig einstellen

Warum die Luftfeuchtigkeit überhaupt eine Rolle spielt

Feuchtigkeit erfüllt im Springspinnen-Terrarium zwei Aufgaben. Erstens trinkt die Spinne. Sie nimmt Wasser als Tropfen auf, die an Scheibe, Wurzel oder Moos hängen, und nicht aus einem Napf. Zweitens braucht sie für die Häutung ein Klima, das nicht völlig ausgetrocknet ist.

Gleichzeitig ist Phidippus regius keine Art aus dem Regenwald. Sie kommt mit trockeneren Verhältnissen gut zurecht und reagiert empfindlich auf dauerhafte Nässe. Das Ziel ist deshalb kein Feuchtklima, sondern ein gleichmäßiges Zimmerklima mit einer kurzen feuchten Phase pro Tag.

Welcher Bereich sinnvoll ist

Als Richtwert hat sich ein Bereich um 60 bis 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bewährt, gemessen im Gehege. Wichtiger als der genaue Wert ist allerdings der Verlauf: kurz nach dem Sprühen liegt er höher, im Lauf des Tages sinkt er wieder ab. Genau dieser Wechsel ist normal und gesund.

Ein Gehege, das dauerhaft am oberen Ende liegt und nie richtig abtrocknet, ist problematischer als eines, das zwischendurch trockener wird. Dazu passt die Temperatur: normale Zimmertemperatur zwischen 20 und 26 Grad, ohne Heizmatte und ohne Wärmelampe.

Einmal täglich fein sprühen

Einmal am Tag kurz sprühen genügt. Nimm eine Feinsprühflasche, die einen feinen Nebel erzeugt, statt eines groben Strahls. Zwei bis drei Stöße reichen in einem Gehege mit 20 × 12 × 12 cm aus.

Ein fester Zeitpunkt hilft dir, ein Gefühl dafür zu bekommen: Viele Halter sprühen morgens, sodass das Gehege im Lauf des Tages wieder abtrocknet. Wenn am nächsten Morgen noch überall Tropfen hängen, war es zu viel oder die Belüftung reicht nicht aus.

Wohin du sprühst und wohin nicht

Ziel sind eine Scheibe und die Deko, also Wurzel, Kletterholz oder Moos. Dort bleiben Tropfen hängen, die die Spinne findet und trinkt.

Nie direkt auf das Tier sprühen und nie in sein Nest. Beides bedeutet Stress, bringt keinen Vorteil und kann das Nest durchnässen, in dem sich die Spinne gerade sicher fühlt. Wenn die Spinne genau an der Stelle sitzt, die du sprühen wolltest, nimm einfach die gegenüberliegende Seite.

Zu nass ist gefährlicher als zu trocken

Das ist die wichtigste Regel in diesem Ratgeber. Eine Springspinne übersteht einen trockenen Tag ohne Schaden. Dauerhafte Nässe dagegen führt zu Schimmel im Substrat, zu schlechter Luft im Gehege und zu Tieren, die sich nicht mehr wohlfühlen.

Wenn du unsicher bist, ob du heute schon gesprüht hast, lass es lieber aus. Ein Tag Pause ist harmlos, ein dauerhaft nasses Gehege nicht.

Woran du zu trockene Luft erkennst

Ein Hinweis ist ein Substrat, das über Tage staubtrocken bleibt und beim Sprühen sofort wieder abtrocknet. Auch wenn du nie Tropfen an den Scheiben siehst, kommt zu wenig an.

Der deutlichste Hinweis zeigt sich bei der Häutung: Wenn ein Tier sichtbar Mühe hat, sich aus der alten Haut zu lösen, war das Klima zuvor häufig zu trocken. In dem Fall sprühst du nicht mehr auf einmal, sondern verlässlich jeden Tag ein wenig.

Woran du zu hohe Feuchtigkeit erkennst

Beschlagene Scheiben über Stunden hinweg, ein modriger oder erdiger Geruch beim Öffnen und weißer oder flaumiger Belag auf dem Substrat oder auf Futterresten sind klare Warnzeichen.

Auch dauerhaft feuchte Stellen, die nie abtrocknen, gehören dazu. In dem Fall setzt du das Sprühen ein bis zwei Tage aus, entfernst betroffenes Substrat punktuell und prüfst, ob die Belüftung wirklich frei ist.

Belüftung ist der zweite Hebel

Viele Feuchtigkeitsprobleme haben nichts mit der Sprühflasche zu tun, sondern mit dem Luftaustausch. Wenn feuchte Luft nicht entweichen kann, bleibt sie im Gehege, egal wie sparsam du sprühst.

Deshalb gehört zu jedem Springspinnen-Terrarium eine feine Belüftung, die eng genug ist, dass weder die Spinne noch die Futtertiere hindurchpassen, und ein sicherer Verschluss. Achte darauf, dass die Belüftungsflächen frei bleiben und nicht durch Deko, Moos oder Gespinst zugesetzt sind.

Hygrometer und Feinsprühflasche

Ein kleines Hygrometer im Gehege nimmt das Rätselraten aus der Sache. Du siehst, wie hoch der Wert nach dem Sprühen steigt und wie schnell er wieder fällt, und findest so deinen Rhythmus, statt nach Gefühl zu arbeiten.

Die Feinsprühflasche ist das zweite nützliche Werkzeug. Ein feiner Nebel verteilt sich gleichmäßig und erzeugt kleine Tropfen, die gut trinkbar sind. Ein grober Strahl bringt dagegen auf einen Schlag zu viel Wasser an eine einzige Stelle.

Sonderfall Häutung

Vor einer Häutung zieht sich die Spinne in ihr Nest zurück, frisst nichts mehr und bleibt oft mehrere Tage ruhig. Das ist kein Grund zur Sorge und auch kein Grund, etwas zu ändern.

Sprüh in dieser Zeit wie gewohnt einmal täglich, aber gezielt auf die gegenüberliegende Seite, weit weg vom Nest. Futtertiere nimmst du solange heraus, denn sie stören ein häutendes Tier. Nach der Häutung wartest du ein bis zwei Tage, bis die Spinne wieder frisst.

Winter, Heizungsluft und Jahreszeiten

Im Winter ist die Raumluft durch die Heizung deutlich trockener als im Sommer. Das Gehege trocknet dann schneller ab, und der gewohnte Sprühstoß wirkt kürzer.

Das heißt nicht, dass du öfter sprühen musst. Beobachte einfach, wie lange Tropfen hängen bleiben, und passe die Menge leicht an. Wichtiger ist der Standort: nicht direkt über einem Heizkörper, nicht in der prallen Sonne und nicht im Zug eines dauerhaft gekippten Fensters.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich bei Springspinnen sprühen?

Einmal täglich kurz und fein. Mehr ist in einem gut belüfteten Terrarium nicht nötig und erhöht nur das Risiko von Staunässe.

Darf ich die Spinne direkt ansprühen?

Nein. Sprüh immer an eine Scheibe oder an die Deko, nie auf das Tier und nie in sein Nest.

Brauche ich einen Wassernapf?

Nein. Springspinnen trinken die Tropfen, die nach dem Sprühen an Scheibe und Einrichtung hängen bleiben.

Was mache ich, wenn sich Schimmel gebildet hat?

Sprühen ein bis zwei Tage aussetzen, die betroffene Stelle samt Substrat entfernen und prüfen, ob die Belüftungsflächen frei sind. Bleibt das Problem, tauschst du den Bodengrund komplett aus.

Feinsprühflasche und Hygrometer

Mit einer Feinsprühflasche und einem kleinen Hygrometer hast du die Feuchtigkeit im Griff, ohne zu raten. Beides passt in unser Acryl-Terrarium mit 20 × 12 × 12 cm und feiner Belüftung.

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Wir versenden ausschließlich innerhalb Deutschlands für 6,19 Euro pro Bestellung. Wir versenden das ganze Jahr: Von Oktober bis März legen wir jedem Paket mit lebenden Tieren ein Wärmepack bei, das die Verpackung warm hält – dafür kommen 2 Euro dazu.