Springspinnen-Terrarium einrichten – Schritt für Schritt
Ein gutes Terrarium für eine Springspinne muss nicht groß sein, aber es muss zur Spinne passen. Phidippus regius, die Königs-Springspinne, lebt in der Höhe, jagt am Tag und schläft nachts in einem kleinen Nest weit oben im Gehege. Wenn du das beim Einrichten berücksichtigst, brauchst du weder Technik noch viel Platz. In dieser Anleitung gehen wir der Reihe nach durch: Maße und Material, Belüftung und Verschluss, Bodengrund, Klettermöglichkeiten, Standort und Feuchtigkeit. Am Ende findest du eine kurze Schritt-für-Schritt-Reihenfolge und Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten erreichen.

Warum die Höhe wichtiger ist als die Grundfläche
Springspinnen laufen kaum am Boden. Sie klettern, springen und suchen sich erhöhte Punkte, von denen aus sie ihre Umgebung im Blick haben. Ihr Schlafnetz bauen sie fast immer weit oben, gern in einer oberen Ecke oder direkt unter dem Deckel. Genau deshalb ist die Höhe des Terrariums die entscheidende Maßangabe und nicht die Grundfläche.
Rund 20 cm Höhe reichen für eine ausgewachsene Phidippus regius vollkommen aus. Das Terrarium in unserem Shop misst 20 × 12 × 12 cm, die 20 cm sind dabei die Höhe. Eine flache, breite Box mit derselben Grundfläche wird dagegen deutlich schlechter genutzt: Die Spinne hält sich dann fast nur im oberen Rand auf, und der Rest bleibt leer.
Acryl statt Glas: warum das Material zählt
Für Springspinnen empfehlen wir Acryl. Es ist leicht, du kannst das Terrarium zum Füttern oder Umstellen einfach mit einer Hand bewegen, ohne dass es unhandlich wird. Es ist bruchsicher, was besonders dann zählt, wenn das Gehege doch einmal vom Regal rutscht. Und es ist in der Regel günstiger als eine vergleichbare Glasvariante.
Die Sicht leidet dabei nicht: Gutes Acryl ist klar, sodass du dein Tier gut beobachten und auch fotografieren kannst. Behandle die Scheiben nur etwas vorsichtiger als Glas, also mit einem weichen Tuch und ohne scheuernde Reiniger, dann bleiben sie lange kratzfrei.
Belüftung und Verschluss sind Pflicht
Zwei Details entscheiden darüber, ob die Haltung ruhig verläuft. Das erste ist eine feine Belüftung. Sie sorgt für Luftaustausch, damit Feuchtigkeit nicht im Gehege stehen bleibt und sich kein Schimmel bildet. Fein heißt: eng genug, dass weder die Spinne noch die Futtertiere hindurchpassen.
Das zweite ist ein sicherer Verschluss. Ein Magnetverschluss hält zuverlässig und lässt sich trotzdem mit einer Hand öffnen. Springspinnen sind neugierig und schnell, und ein Deckel, der nur lose aufliegt, ist die häufigste Ursache dafür, dass ein Tier plötzlich im Zimmer unterwegs ist.
Der Bodengrund: dünn, locker, leicht feucht
Als Bodengrund eignet sich Spezialhumus. Zwei bis drei Zentimeter genügen. Der Boden ist bei Springspinnen kein Lebensraum, sondern vor allem ein Feuchtigkeitspuffer: Er nimmt beim Sprühen etwas Wasser auf und gibt es langsam wieder an die Luft ab.
Wichtig ist die Konsistenz. Der Humus soll sich leicht feucht anfühlen, nicht nass und nicht matschig. Wenn du ihn zusammendrückst und Wasser austritt, ist es zu viel. In dem Fall lässt du ihn offen antrocknen, bevor die Spinne einzieht.
Klettern, verstecken, ausruhen: die Einrichtung
Jetzt kommt der Teil, der das Terrarium für die Spinne interessant macht. Eine Mopani-Wurzel oder ein Kletterholz gibt Struktur von unten nach oben, sodass die Spinne verschiedene Höhen anlaufen kann. Moossteine und Naturmoos lockern den Boden optisch auf und geben zusätzliche Deckung. Eine Hängeschaukel im oberen Bereich wird von vielen Tieren gern als Ausguck und Schlafplatz angenommen.
Lass dabei bewusst Platz. Ein zu voll gestelltes Terrarium nimmt der Spinne die freien Flächen zum Springen und macht dir das Füttern und Reinigen unnötig schwer. Achte außerdem darauf, dass alle Teile stabil stehen und nichts kippen kann.
Standort und Temperatur: ganz normales Wohnzimmer
Phidippus regius kommt mit normaler Zimmertemperatur zwischen 20 und 26 Grad gut zurecht. Eine Heizmatte oder Wärmelampe brauchst du nicht, und wir raten ausdrücklich davon ab. Zusätzliche Wärme trocknet das kleine Gehege sehr schnell aus und erzeugt Temperaturen, die die Spinne nicht ausweichen kann.
Stell das Terrarium an einen ruhigen Platz ohne direkte Sonne. Hinter Glas heizt sich ein kleines Gehege in der Sonne innerhalb kurzer Zeit gefährlich auf. Zugluft, Heizkörper und ständige Erschütterungen, etwa auf einem Lautsprecher, solltest du ebenfalls meiden. Normales Tageslicht im Raum genügt vollkommen.
Feuchtigkeit: einmal täglich fein sprühen
Einmal am Tag sprühst du mit einer Feinsprühflasche kurz an eine Scheibe oder an die Deko. Die Spinne trinkt die Tropfen, die dort hängen bleiben. Sprühe nie direkt auf das Tier und nie in sein Nest, das ist purer Stress und bringt keinen Vorteil.
Zu nass ist im Springspinnen-Terrarium deutlich gefährlicher als zu trocken. Dauerhaft beschlagene Scheiben, ein modriger Geruch oder weißer Belag auf dem Substrat sind Warnzeichen. Dann lieber einen Tag aussetzen und für mehr Luftaustausch sorgen. Ein kleines Hygrometer hilft dir, ein Gefühl für die tatsächlichen Werte zu bekommen.
Die Reihenfolge beim Einrichten
Wisch das Terrarium zuerst mit klarem Wasser aus und lass es vollständig trocknen. Fülle danach den Spezialhumus ein und verteile ihn gleichmäßig auf zwei bis drei Zentimeter.
Setze anschließend die Wurzel oder das Kletterholz so ein, dass sie sicher steht und eine Verbindung nach oben schafft. Danach kommen Moossteine und Naturmoos an ihren Platz, zuletzt die Hängeschaukel im oberen Drittel.
Zum Schluss sprühst du einmal kurz, schließt den Deckel und lässt das Terrarium einen Tag stehen. So siehst du, ob die Feuchtigkeit sich hält oder ob alles sofort trocken ist, und kannst in Ruhe nachbessern, bevor das Tier einzieht.
Die ersten Tage mit der Spinne
Nach dem Einzug braucht die Spinne vor allem Ruhe. Viele Tiere laufen erst einmal das ganze Gehege ab, suchen sich dann einen Platz weit oben und bauen dort ihr Nest. Das kann ein paar Stunden dauern, manchmal auch einen Tag.
Mit dem ersten Futter wartest du am besten ein bis zwei Tage. Und ganz wichtig: Springspinnen werden immer einzeln gehalten. Zwei Tiere in einem Gehege bedeuten Stress und enden in aller Regel damit, dass eines der beiden gefressen wird. Ein Weibchen erreicht bei guter Pflege ein Alter von etwa zwei bis drei Jahren.
Häufige Fehler beim Einrichten
Der häufigste Fehler ist ein zu flaches Gehege. Eine breite Box ohne Höhe wirkt großzügig, bietet der Spinne aber genau das nicht, was sie braucht.
Danach kommt zu viel Feuchtigkeit. Mehrmals täglich zu sprühen fühlt sich fürsorglich an, führt aber zu Staunässe und Schimmel. Ebenfalls verbreitet: ein Deckel ohne festen Verschluss, zusätzliche Wärmequellen und ein Terrarium, das so voll eingerichtet ist, dass kaum noch freie Fläche bleibt.
Und schließlich der Standort: direkt am Fenster in der Sonne oder über der Heizung ist für ein kleines Terrarium der ungünstigste Platz im ganzen Raum.
Häufige Fragen
Wie groß muss das Terrarium mindestens sein?
Für eine ausgewachsene Phidippus regius reicht ein Gehege mit rund 20 cm Höhe. Unser Terrarium mit 20 × 12 × 12 cm deckt das ab. Jungtiere ab etwa FH3 kannst du bereits darin halten, sie nutzen anfangs nur weniger Fläche.
Brauche ich eine Heizmatte oder eine Wärmelampe?
Nein. Normale Zimmertemperatur zwischen 20 und 26 Grad genügt. Zusätzliche Wärmequellen trocknen das Gehege aus und schaden mehr, als sie nützen.
Kann ich zwei Springspinnen zusammen halten?
Nein. Springspinnen sind Einzelgänger und werden immer einzeln gehalten, sonst frisst eines der Tiere das andere.
Wie oft muss ich das Terrarium reinigen?
Es genügt, Futterreste und Kotspritzer regelmäßig zu entfernen und die Scheiben bei Bedarf abzuwischen. Das Substrat kannst du je nach Zustand nach einigen Monaten austauschen, ein häufiges Komplettreinigen ist nicht nötig.
Terrarium und Einrichtung aus einer Hand
Unser Acryl-Terrarium misst 20 × 12 × 12 cm, hat eine feine Belüftung und einen Magnetverschluss und kostet 54 Euro. Passend dazu bekommst du Spezialhumus, Mopani-Wurzel, konserviertes Naturmoos, Moossteine, Hängeschaukel, Feinsprühflasche und Hygrometer.
Zum Springspinnen-TerrariumWir versenden ausschließlich innerhalb Deutschlands für 6,19 Euro pro Bestellung. Wir versenden das ganze Jahr: Von Oktober bis März legen wir jedem Paket mit lebenden Tieren ein Wärmepack bei, das die Verpackung warm hält – dafür kommen 2 Euro dazu.