Springspinnen füttern: Was, wie oft und womit
Springspinnen sind aktive Jäger statt Netzbauer – das macht die Fütterung zu einem der spannendsten Teile der Haltung. Auf dieser Seite findest du, welches Futtertier zu welcher Größe passt, wie oft gefüttert wird, wie groß die Beute höchstens sein darf und woran du erkennst, ob deine Phidippus regius genug bekommen hat. Am Ende beantworten wir die Fragen, die uns am häufigsten erreichen.

Warum Springspinnen anders gefüttert werden
Springspinnen bauen keine Fangnetze. Phidippus regius sieht ihre Beute, pirscht sich an und springt sie gezielt an. Für dich heißt das: Das Futtertier muss sich sichtbar bewegen, damit es überhaupt als Beute erkannt wird, und es muss klein genug sein, dass die Spinne den Sprung sicher gewinnt.
Außerdem frisst eine Springspinne nicht nach Kalender, sondern nach Zustand. Ein Tier kurz vor der Häutung lehnt jedes Futter ab, ein frisch gehäutetes stürzt sich nach ein paar Tagen wieder darauf. Wenn du dir angewöhnst, vor jeder Fütterung kurz auf Hinterleib und Verhalten zu schauen, machst du fast automatisch alles richtig.
Geeignetes Futter nach Größe (FH1 bis FH6)
In der Haltung wird die Größe einer Springspinne in Fresshäutungen angegeben, kurz FH. FH1 liegt bei etwa 2 bis 3 Millimetern, FH6 bei etwa 9 bis 12 Millimetern. Mit jeder Häutung wächst das Tier, und damit wächst auch das passende Futtertier mit.
FH1 und FH2 bekommen flugunfähige Fruchtfliegen. Sie sind klein genug, bewegen sich gut sichtbar und können der Spinne nichts anhaben.
FH3 und FH4 fressen größere Fruchtfliegen der Art Drosophila hydei, kleine Stubenfliegen oder Mikroheimchen.
FH5 und FH6 kommen mit kleinen Heimchen, kleinen Schaben oder Fliegen zurecht.
Ab FH5 lässt sich auch das Geschlecht erkennen. Männchen bleiben zierlicher, sind kontrastreich schwarz-weiß gezeichnet und deutlich rastloser. Weibchen werden kräftiger und wirken ruhiger. Am Futtertier ändert das nichts, am Appetit schon: Ein kräftiges Weibchen frisst mehr als ein zierliches Männchen.
Wie groß darf die Beute sein?
Die wichtigste Regel lautet: Ein Futtertier sollte höchstens halb so groß sein wie die Spinne. Im Zweifel lieber kleiner.
Der Grund ist einfach. Eine Springspinne greift ihre Beute im Sprung an und muss sie festhalten, bis das Gift wirkt. Ist das Futtertier zu groß oder zu wehrhaft, kann es sich wehren und die Spinne verletzen. Im günstigeren Fall verweigert sie den Angriff, und du hast ein Futtertier im Terrarium, das dort nichts zu suchen hat.
Wenn du unsicher bist, biete lieber zwei kleine Futtertiere nacheinander an als ein großes auf einmal.
Wie oft füttern?
Der Rhythmus richtet sich nach der Größe. FH1 und FH2 fressen etwa alle zwei Tage, weil sie schnell wachsen und kaum Reserven haben. FH3 und FH4 kommen mit einer Fütterung alle zwei bis drei Tage aus. Ab FH5 und FH6 reichen drei bis fünf Tage Abstand.
Das sind Richtwerte, keine Vorschriften. Eine Spinne, die kurz nach der Häutung Nachholbedarf hat, darf ruhig öfter fressen. Ein Tier mit deutlich gerundetem Hinterleib darf auch einen Termin auslassen.
Wichtiger als der exakte Abstand ist Regelmäßigkeit. Wer zwei Wochen gar nicht füttert und dann drei Futtertiere auf einmal hineingibt, macht es der Spinne unnötig schwer.
Futterreste nach einem Tag entfernen
Was nicht innerhalb von etwa einem Tag gefressen wurde, holst du wieder heraus. Das gilt besonders für Heimchen und Schaben. Sie knabbern an allem, was weich ist, und eine Spinne, die sich gerade häutet, ist genau das. Verletzungen durch zurückgelassene Futtertiere gehören zu den am leichtesten vermeidbaren Verlusten in der Haltung.
Dazu kommt der hygienische Punkt. Ein totes Futtertier im feuchten Substrat ist ein Schimmelherd. Die trockenen Reste einer Mahlzeit kannst du gelegentlich mit entfernen, wenn sie dich stören. Nötig ist das nicht.
Woran du erkennst, ob deine Spinne genug bekommt
Der Hinterleib ist dein Messinstrument. Prall und gleichmäßig gerundet heißt: alles in Ordnung. Sichtbar schmaler und leicht eingefallen heißt: Zeit für die nächste Mahlzeit. Ein stark aufgeblähter Hinterleib bei einem Tier, das kaum noch klettert, spricht für zu üppige Fütterung.
Auch das Verhalten sagt viel. Eine satte Spinne sitzt entspannt in ihrem Nest oder putzt sich ausgiebig. Eine hungrige Spinne patrouilliert an den Scheiben entlang und dreht den Kopf sofort zu jeder Bewegung.
Überfütterung ist dabei kein harmloser Fehler. Ein zu schwerer Hinterleib erhöht das Risiko bei Stürzen und macht Häutungen nicht leichter.
Vor und nach der Häutung wird nicht gefüttert
Vor einer Häutung stellt Phidippus regius das Fressen von selbst ein, oft mehrere Tage lang. Das Tier zieht sich in ein dichtes Nest zurück und bleibt dort. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.
In dieser Zeit gehört kein Futtertier ins Terrarium. Hast du kurz vorher gefüttert und die Spinne rührt die Beute nicht an, nimm sie wieder heraus.
Nach der Häutung braucht das neue Außenskelett Zeit zum Aushärten. Warte zwei bis drei Tage, bevor du wieder fütterst. Danach hat die Spinne meist ordentlich Appetit.
Mehr zu den Anzeichen und zum richtigen Verhalten in dieser Phase findest du in unserem Ratgeber zur Häutung.
Warum Insekten aus dem Garten tabu sind
Es liegt nahe, im Sommer einfach eine Fliege zu fangen. Tu es nicht. Wildinsekten können Pflanzenschutzmittel aus der Umgebung mitbringen, und schon kleine Mengen sind für ein so kleines Tier ein Problem. Dazu kommen Parasiten und Krankheitserreger, die du dir sonst nie ins Terrarium holen würdest.
Futtertiere aus dem Fachhandel oder aus eigener Zucht sind der sichere Weg. Eine Fruchtfliegenzucht lässt sich mit wenig Aufwand weiterführen und kostet fast nichts.
Wasser, Luftfeuchtigkeit und Fütterung hängen zusammen
Springspinnen decken einen großen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Beute. Trotzdem brauchen sie Tropfen zum Trinken. Sprühe dafür einmal täglich fein an Scheiben und Einrichtung, nie direkt auf das Tier.
Eine offene Wasserschale ist nicht nötig und bei kleinen Tieren sogar ein Risiko. Die Tropfen an Moos, Wurzel und Scheibe reichen völlig aus.
Ein Tier, das dauerhaft zu trocken gehalten wird, frisst oft schlechter und tut sich bei der Häutung schwerer. Ein Hygrometer im Terrarium nimmt dir das Rätselraten ab.
Wenn deine Spinne das Futter verweigert
Nahrungsverweigerung hat meist eine harmlose Erklärung. Am häufigsten steht eine Häutung bevor. Danach kommen: Die Spinne ist schlicht satt, das Futtertier ist zu groß, es bewegt sich zu wenig, oder das Terrarium steht zu kühl.
Geh der Reihe nach vor. Schau, ob ein dichtes Nest gesponnen wurde. Prüfe den Hinterleib. Biete beim nächsten Versuch ein kleineres, lebhafteres Futtertier an. Kontrolliere, ob die Temperatur im Bereich von 20 bis 26 Grad liegt.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Weibchen leben zwei bis drei Jahre und fressen im letzten Lebensabschnitt deutlich weniger.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Springspinne ohne Futter aus?
Ein gesundes, gut genährtes Tier übersteht ein bis zwei Wochen ohne Mahlzeit problemlos, zum Beispiel während einer Häutung. Ein kurzer Urlaub ist also kein Grund zur Sorge, solange die Luftfeuchtigkeit stimmt.
Kann ich mehrere Futtertiere gleichzeitig hineingeben?
Besser nicht. Ein Futtertier nach dem anderen ist übersichtlicher, und du vermeidest, dass unbemerkt eines im Terrarium zurückbleibt.
Brauche ich Vitaminpulver oder Zusatzfutter?
Nein. Werden die Futtertiere selbst gut ernährt, bekommt deine Spinne darüber alles, was sie braucht.
Was mache ich, wenn meine Spinne ein Bein verloren hat?
Bei Jungtieren wächst ein fehlendes Bein mit den nächsten Häutungen wieder nach. Biete in dieser Zeit etwas kleinere Beute an, damit der Angriff auch mit sieben Beinen sicher gelingt.
Passendes Zubehör für die Fütterung
Mit Feinsprühflasche und Hygrometer behältst du Trinkwasser und Luftfeuchtigkeit im Blick.
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