Erste Schritte mit deiner Springspinne
Terrarium, Wärme, Licht, Futter und Häutung – hier haben wir die wichtigsten Grundlagen für den Start mit deiner Springspinne kompakt zusammengefasst. Ausführlicher geht es in unseren einzelnen Ratgebern.

Bevor die Spinne einzieht
Richte das Terrarium vorher fertig ein: rund zwei Zentimeter Bodengrund, etwas Moos oder Rinde als Struktur – und vor allem Klettermöglichkeiten nach oben. Springspinnen leben in der Höhe und bauen ihr Nest meist im oberen Bereich.
Spanne deshalb mehrere Äste und Zweige quer durch das obere Drittel, damit die Spinne Wege, Sitzplätze und Ankerpunkte für ihr Nest hat. Gut geeignet sind ein schräger Kletterast, das Kletterset oder eine Hängeschaukel. Lass dabei genug freie Fläche, damit sie springen und jagen kann.
Stell ein Hygrometer mit Thermometer ins Terrarium. Entscheidend ist die Temperatur im Gehege, nicht die im Raum – die beiden können ein paar Grad auseinanderliegen.
Suche einen hellen, ruhigen Platz ohne pralle Sonne, ohne Zugluft und nicht direkt über der Heizung. Und organisiere das erste Futter: Für kleine Tiere Fruchtfliegen, für große Tiere Fliegen.
Ankunft: die ersten Tage
Wir versenden mit DHL. Deine Spinne reist in einem Transportgefäß mit Luftlöchern, gepolstert in Spezialwatte, von Oktober bis März mit Wärmepack. Pack das Paket nach der Ankunft am besten gleich aus.
Stell das geöffnete Gefäß ins Terrarium und lass die Spinne von selbst herauskommen.
Gib ihr dann ein bis zwei Tage Ruhe, bevor du das erste Futter anbietest. Dass sie sich anfangs zurückzieht oder ein Gespinst baut, ist normal.
Wärme: Wie warm ist richtig?
Phidippus regius stammt aus dem warmen Südosten der USA. Am wohlsten fühlt sie sich tagsüber bei etwa 24 bis 28 Grad im Terrarium, nachts darf es ein paar Grad kühler sein. Ein Thermometer im Terrarium zeigt dir, ob es passt.
Ist es kühler, zum Beispiel im Winter, hilft ein wärmerer Platz oder eine kleine LED-Leuchte oben auf dem Deckel, die neben Licht auch sanfte Wärme abgibt. Wärme sollte immer von oben kommen, so wie bei der Sonne. Von Heizmatten unter dem Terrarium raten wir ab: Sie trocknen den Boden aus, und die Spinne kann der Wärme nicht ausweichen. Über 30 Grad sollte es nicht steigen.
Licht: Springspinnen brauchen es hell
Springspinnen sind tagaktiv und jagen mit den Augen. Ein heller Platz ist deshalb wichtig.
Reicht das Tageslicht nicht, zum Beispiel im Winter oder weiter weg vom Fenster, kannst du eine kleine LED-Terrarienleuchte oben auf den Deckel setzen. 10 bis 12 Stunden am Tag reichen, am einfachsten mit einer Zeitschaltuhr. Nachts bleibt es dunkel.
Direkte Sonne auf das Terrarium solltest du vermeiden: Hinter Glas oder Acryl heizt sich ein kleines Gehege schnell stark auf.
Luftfeuchtigkeit und Sprühen
Sprühe einmal täglich fein an Scheiben und Einrichtung – nie direkt auf die Spinne und nie auf ihr Nest. Die Spinne trinkt die Tröpfchen. Bewährt haben sich 60 bis 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, gemessen im Gehege.
Dauerhaft nasser Boden führt zu Schimmel, dauerhaft zu trockene Luft macht die Häutung schwer. Mehr dazu im Ratgeber Luftfeuchtigkeit.
Bodenpolizei: Helfer gegen Schimmel
Kleine Bodenbewohner wie Springschwänze leben im Bodengrund und fressen Futterreste, Kot und beginnenden Schimmel. Man nennt sie deshalb Bodenpolizei. Sie halten das Terrarium sauberer und sind für die Spinne ungefährlich – kleine Springspinnen fressen sie sogar gelegentlich.
Setze einfach eine Portion Springschwänze auf den feuchten Bodengrund, sie vermehren sich dort von selbst. Wie du sie selbst züchtest, steht in unserem eBook zur Fütterung.
Füttern: welches Futter bei welcher Größe
Die Größe einer Springspinne wird in Fresshäutungen angegeben, kurz FH. Als Faustregel gilt: Das Futtertier ist höchstens halb so groß wie die Spinne.
FH1 und FH2: flugunfähige Fruchtfliegen. FH3 und FH4: größere Fruchtfliegen (Drosophila hydei) oder kleine Stubenfliegen. FH5 und FH6: vor allem Fliegen, etwa Stubenfliegen oder Goldfliegen.
Goldfliegen sind besonders praktisch: Du bekommst sie als Maden oder Puppen im Zoofachhandel oder Anglerbedarf. Im Kühlschrank halten sie sich mehrere Wochen. Stellst du immer nur eine kleine Portion warm, schlüpfen die Fliegen nach und nach – so hast du laufend frisches Futter. Frisch geschlüpfte Fliegen sind noch etwas langsamer und leichter zu fangen. Wichtig: Gefüttert wird die fertige Fliege, nicht die Made.
Junge Tiere fressen etwa alle zwei Tage, große Tiere alle drei bis fünf Tage. Biete immer nur ein Futtertier an und nimm es wieder heraus, wenn es nicht gefressen wird. Alles Weitere steht im Ratgeber Füttern.
Heimchen als Futter
Heimchen eignen sich als Abwechslung für große Tiere ab FH5. Als Hauptfutter empfehlen wir Fliegen.
Biete immer nur ein Heimchen an, höchstens halb so groß wie die Spinne, am besten mit der Pinzette. Wird es nicht gleich gefressen, nimm es wieder heraus – Heimchen können sich wehren und eine Spinne verletzen, besonders rund um die Häutung.
Häutung: nicht stören
Vor einer Häutung frisst die Spinne nicht mehr, zieht sich zurück und spinnt ein dichtes Nest. Das kann mehrere Tage dauern und ist völlig normal.
In dieser Zeit gilt: kein Futter, keine Futtertiere im Terrarium, nicht auf das Nest sprühen, das Nest nie öffnen. Nach der Häutung wartest du zwei bis drei Tage mit der ersten Fütterung, bis die neue Haut fest ist.
Ausführlich erklärt im Ratgeber Häutung.
Was tun, wenn …
… die Spinne ein Futtertier nicht annimmt? Futtertier herausnehmen und es in ein paar Tagen erneut versuchen. Oft kündigt sich eine Häutung an.
… die Spinne tagelang nicht frisst? Sitzt sie in einem dichten Nest, steht meist eine Häutung an – in Ruhe lassen. Sitzt sie draußen und wirkt träge, prüfe Temperatur und Licht.
… sich Schimmel bildet? Weniger sprühen, Belüftung prüfen, Schimmelstellen entfernen – und Springschwänze als Bodenpolizei einsetzen.
… du eine Frage hast? Schreib uns an info@springerwelt.de oder ruf an: 07141 6880018.